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Übungsturnieren für Kinder und Jugendliche in Hohenschönhausen

Bei unseren Kinder-Übungswettkämpfen haben wir inzwischen Einiges an Routine entwickelt und trotzdem liefen zunächst viele Kleinigkeiten schief. Da wir aber zuverlässige Eltern, befreundete Trainer*innen und eine Jugendtrainingsgruppe haben, waren wir im Zeitplan und konnten alle Aufgaben erfüllen. Der SV Luftfahrt, der RKV Wildcats und der SV Preußen als Gastgeber haben am 9.12.2023 in einer längst zur Renovierung geplanten Halle in Neu-Hohenschönhausen ein Übungsturnier für 31 Kinder veranstaltet.

Es gab tolle Kämpfe in den zwei Klassen "Anfänger" und "Fortgeschrittene". Für die Anfänger haben wir besondere Regeln festgelegt. Entgegen meiner Skepsis, hat es gut funktioniert, dass die Matten den jeweiligen Klassen zugeteilt waren. Solche Turniere zeigen den Kindern auf, wo sie stehen und wofür sie trainieren. Viele Niederlagen haben ihre Ursachen im Training, im Fleiß und in der Disziplin. Ein anderes wichtiges Ziel dieser Art von Turnieren ist, dass wir die Kinder auf den eigentlichen Wettkampfbetrieb vorbereiten.

Nachdem die Kinder und Familien die Halle verlassen hatten, bauten wir die kleinen 6x6m-Matten ab und eine große 11x11m-Matte auf - später dann für Erwärmung und Übungen noch eine 9x9m-Matte dazu. Es trudelten die ersten Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein. Es beteiligten sich Sportler und Trainer*innen aus Tegel, Hellersdorf und dem Gastgeber Hohenschönhausen. Wir zählten schließlich zwanzig Kämpfer. Leider gab es keine Ringerinnen.

Einige Tickets wurden erst spontan vor Ort gelöst. Der Sinn hinter den kostenlosen Tickets ist die Datenerfassung, sodass wir kurz vor den Kämpfen daraus Profile auf Papier ausdrucken konnten. Auf so einem Profil steht das Kampfgewicht, Alter, der Verein, die Trainingserfahrung in Jahren und welche Sportarten man außerdem trainiert. Diese auf einem A4-Blatt ausgedruckten Profile lagen aus und jeder konnte sein eigenes Profil auf einen potentiellen Gegner legen - ihn damit herausfordern. Es gab also vor jeder Runde eine kleine Versammlung rings um die Papierblätter, die auf dem Hallenboden lagen, an deren Ende einige Kampfpaarungen entstanden. Die Trainer und Sportler besprachen sich, lernten sich kennen, schätzten sich ab und nahmen Herausforderungen an. Es war eine Mischung aus Chaos und System, an dessen Ende also Kampfpaare standen. Bei der Reihenfolge der Kämpfe sind wir auf Wünsche der Athleten eingegangen.

In den drei Runden waren die Kämpfe sehr ambitioniert und hatten ein Niveau, das ich beeindruckend fand. Aus meiner Sicht hat sich bestätigt, dass es in Berlin Ringer gibt, die viel Potential und Kampfeswillen mitbringen. Es wurden auch fortgeschrittene Techniken gezogen. Wir konnten einige Würfe sehen, für die ich vielleicht eine 5er-Wertung gegeben hätte. Es haben mich aber vor Allem die "blutigen" Anfänger begeistert. Es gab einige wenige Sportler, die erst ein paar Wochen dabei sind und trotzdem diese harte Auseinandersetzung im Zweikampf gesucht haben. Was werden das für Kämpfer sein, wenn sie erst ein paar Jahre trainiert haben?

Neben diesen Aspekten soll abschließend noch auf ein Thema eingegangen werden, das uns in Hohenschönhausen mit der Kooperation mit dem Grünen Campus Malchow sehr am Herzen liegt: Es ist eine moderne und nachhaltige Wettkampfbegleitung. Unsere Mülltüten waren nur zu einem Viertel gefüllt, weil wir das Geschirr, das wir vor einigen Jahren für Turniere angeschafft haben, wieder benutzen konnten. Unser Catering für die Jugend war vegan. Damit war die Verpflegung nicht nur nachhaltig, sondern im Gegensatz zu vielen Fleischprodukten, sogar gesund. Außerdem konnten wir dadurch viele kulturelle oder andere Ernährungsgewohnheiten und Unverträglichkeiten respektieren. Kernstück waren vegane Aufstriche und frisches Brot. Dazu gab es Salat. Neben Kaffee und Tee haben wir (leicht gesüßtes) Minz-Limetten-Wasser angeboten. Ein großer Dank geht raus an alle Unterstüzter*innen - sowohl bei der Vorbereitung, als auch bei der Pflege des Buffets.

Am Ende des Jugend-Turnieres, das wir so zum ersten Mal organisierten, haben wir noch etwas Feedback eingesammelt. Unter uns Trainer*innen war der Konsens: das machen wir bald wieder. Wir können so unsere Sportler*innen entwicklen und das Ringen diesseits der Leistungsspitze in Berlin beleben. Größere Turniere im Jugendbereich sollten dadurch möglich werden. Lasst uns den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiter gehen, schickt Kämpfer*innen, organisiert kleine aber feine Jugend-Turniere! Aus Hohenschönhausen kommt, wann immer möglich, Unterstützung und Beteiligung.


Text: Alex Baldauf

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