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Jannis Zamanduridis neuer Greco - Bundestrainer der Männer

Jannis Zamanduridis übernahm inmitten der Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikationswettkämpfe die Verantwortung als neuer Greco - Bundestrainer der Männer

Vertrauen schaffen, zusammenrücken - aber auch Zähne zusammenbeißen und kämpfen
DRB geht neue Wege, Jannis Zamanduridis soll neuen Schwung in die schwierigen Aufgaben 2012 bringen

Zur Person / sportlicher Werdegang: Jannis Zamanduridis erlernte das Ringer-A-B-C in Chemnitz beim damaligen Trainer Dieter Thomas, der heute in Berlin lebt. Im Leistungszentrum Zella-Mehlis schaffte Jannis Zamanduridis den Sprung auf die Internationale Ringerbühne. 1990 wurde Jannis Zamanduridis in Ostia (ITA) Vizeweltmeister, konnte erst im Finalkampf vom Russen Islam Duguschiew gebremst werden. Als WM-Dritter 1995 in Prag (CZE) beendete er 1996 seine Laufbahn. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen startete Jannis Zamanduridis ein 'Come Back' und landete auf einem hervorragenden 7. Platz.

Seither gibt er seine Erfahrungen an junge Athleten weiter, zunächst als hessischer Landestrainer, ab 2007 als Nachwuchs-Bundestrainer. Beständig holten Kadetten und Junioren Medaillen bei internationalen Meisterschaften. Nun entschied der DRB, einen nahtlosen Übergang von den Junioren in den Männerbereich zu schaffen, dabei soll Jannis Zamanduridis seine 'Jungen Wilden' als verantwortlicher Trainer direkt begleiten. Maik Bullmann verbleibt im Trainerteam der Griechisch-Römisch-Spezialisten, wird Jannis Zamanduridis bei seinen Aufgaben und Zielen unterstützen.

Interview mit Jannis Zamanduridis:

Es sind noch knapp 250 Tage bis zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London, mit Frank Stäbler (66kg / gr.-röm. Stil) wurde bislang eine Qualifikation erkämpft. Wie hoch werden die Ziele im griechisch-römischen bereich gesteckt ?
Jannis Zamanduridis; „Natürlich vordergründig, dass es uns zunächst gelingt, die Athleten so auf den Punkt vorzubereiten, dass noch weitere Olympiastartplätze dazu kommen.“
Wie sieht die Gesamtzielstellung für das Jahr 2012 aus?
Jannis Zamanduridis; „Ich denke, dass Jeder bezugnehmend auf die Leistungsentwicklung noch ein paar Prozent drauf packen muss. Das geht nur in enger Kooperation, also müssen wir als Trainerteam noch enger zusammenrücken, um jedem Athleten die nötige Unterstützung zu bieten. Es geht also nicht nur darum, Leistung einzufordern, sondern diese gemeinsam mit dem Athleten vorzubereiten, um das Maximum zu erreichen. Das ist etwas, worauf wir in der verbleibenden Zeit noch Einfluss nehmen können. Das kann aber nur funktionieren, wenn alle Ressourcen genutzt werden.
Wie schon so oft gesagt: eine normale Leistung reicht nicht aus, jeder muss in der Lage sein, im entscheidenden Moment über sich hinaus zu wachsen. Das gilt für die Athleten, aber auch für die Trainer.“
Kann man eigene Wettkampferfahrung direkt an die jungen Athleten weitergeben ? Bei den Junioren schien das zu funktionieren.
Jannis Zamanduridis; „Ich glaube das liegt in der Natur der Dinge. Denn wenn man alles schon einmal selbst erlebt hat und sich somit besser in den Athleten und die jeweilige Situation hinein denken kann, ist man auch in der Lage, angemessen Einfluss zu nehmen. Diese Sensibilität, so glaube ich, ist sehr wichtig, um den Athleten in seiner gesamten Entwicklung begleiten zu können. Denn auch da wird es Höhen und Tiefen geben.“
20 internationale Medaillen konnte der Deutsche Ringer-Bund 2011 im Nachwuchsbereich gewinnen, woran liegt es, dass der Nachwuchs den Anschluss zum Männerbereich nicht findet?
Jannis Zamanduridis; „Ganz so ist es ja nicht. Wir haben ja aus dem Juniorenbereich Athleten, die auch im Männerbereich schon erfolgreich waren und es auch künftig sein können. Dass dies auch perspektivisch keine leichte Aufgabe sein wird, ist uns allen klar. Da müssen viele Dinge gerade beim Übergang in den Männerbereich koordiniert werden. Stichpunkt Doppelbelastung Sport/Berufsausbildung oder Studium. Mit diesem Problem stehen die Athleten nicht selten allein. Da müssen wir Hilfestellung geben. Die strukturellen Rahmenbedingungen sind mit den Bedingungen, die ausländische Athleten in ihrer Heimat vorfinden, leider nicht immer zu vergleichen. Hinzu kommt, dass es aufgrund der breit aufgestellten Konkurrenz im Männerbereich, grundsätzlich schwerer ist, bei der Medaillenvergabe ganz vorn zu landen. Trotzdem hatten auch wir erfolgreiche Athleten aus unseren Strukturen hervorgebracht. Natürlich müssen diese Strukturen immer wieder von uns hinterfragt und auch weiterentwickelt werden. Aber auch da haben wir verlässliche Partner, die uns zur Seite stehen wie z. B. die Bundeswehr. Ebenso wird in den Leistungszentren oder den Stützpunkten hervorragende Arbeit geleistet. Sicherlich muss auch da, gemessen an der internationalen Entwicklung, immer nachreguliert werden, um den Athleten auch über das Juniorenalter hinaus eine Plattform zu bieten, wo sie sich weiter entwickeln können, um auch den Sprung in den  Männerbereich zu schaffen.“
Wenn Sie nicht gerader Ringer geworden wären, welche Sportart hätte Sie dann wohl gereizt?
Jannis Zamanduridis; „So beinahe jede Sportart. Ich hatte schon immer Freude an der Bewegung.
Ich wäre aber auch gern Musiker geworden. Überrascht? Nun, das "Sportlerdasein" ist sehr befristet... als Musiker kann man sehr alt werden und immer noch das tun, was man am meisten liebt... Aber deshalb bin ich wahrscheinlich Trainer geworden.“

Jörg Richter/Kadir Caliskan


Jannis Zamanduridis (links) mit dem Präsidenten des Deutschen Ringer- Bundes Manfred Werner, als verantwortlicher Nachwuchstrainer bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 in Budapest, wo die Griechisch-Römisch-Spezialisten 3 Medaillen gewannen.

 

 

Jannis Zamanduridis soll den Athleten einen besseren Übergang vom Junioren- in den Männerbereich ermöglichen. Oliver Runge (RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) schaffte 2010 bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Budapest den Sprung auf den Bronzeplatz. Bei den Männern klopfte Runge bislang nur leise an.

 

 

Energiegeladen in der Trainerecke, Jannis Zamanduridis reißt die Athleten mit. Peter Oehler (VfK Mühlenbach) schrammte bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2011 in Bukarest nur knapp an Bronze vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: J. Richter

Jörg Richter
Freier Journalist
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