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Thalheim ist die Mannschaft der Stunde
Normal ist das nicht, was sich derzeit in der Oststaffel abspielt. In den Vorjahren war die Vorrunde eher von Langeweile und Tristresse gekennzeichnet, schnell setzten sich die Spitzenteams ab, bei denen die Saison erst mit den Play-Offs richtig begann, aber dann gegen die starken Weststaffelteams genauso schnell wieder beendet war. Das wurde schon mit dem Hinrundenerfolg des SV Luftfahrt berlin beim KSV Aalen 05 völlig über den Haufen geworfen.
Doch nun revanchierten sich die Olstalb-Bären mit einem 24:16 in Berlin, wobei auch dieses Resultat nicht von der Souveränität des Favoriten gezeichnet ist. Für die Hauptstädter jedoch Grund zum Feiern und mit breiter Brust in das anstehende Restprogramm zu gehen.
Der 1. Luckenwalder SC hatte gleich eine ganze Reihe von Heimkämpfen zu bewältigen und die Verantwortlichen stöhnten, denn einige Teams aus dem hinteren Tabellendrittel schonten Personal und Portmonaise beim Favoriten, wie auch die Ergebnisse wie das 36:1 gegen Untergriesbach zeigten. Zuschauer und Sponsorenschwund befürchteten die 'Macher' aus der Flämingstadt, die sich mit ihren jungen Eigengewächsen schon auf die Verhältnisse der Oststaffel eingestellt hatten.
Da kam der SV Hallbergmoos gerade recht und das 19:18 auch, denn DAS wollen die Zuschauer sehen, Rasse und Klasse – und ein knappes Resultat, am besten eben einen knappen Sieg, dann kommen sie auch wieder und die Sponsoren bleiben. „Danke Hallbergmoos...“, so LSC-Trainer Andreas Zabel, für das spannungsgeladene und mitreisende Duell gegen die Bayern, der allerdings die Messlatte für die Play-Offs, mit Ziel Viertelfinale dennoch nicht höher legen will. Zu stark für die Vorrunde – zu schwach für die Play-Offs eben. Tabellenführer SV Wacker Burghausen musste am kampffreien Wochenende zusehen, wie die Verfolger Aalen und Luckenwalde näher rückten. Doch die direkten Duelle der Spitzenteams stehen in der Rückrunde noch aus.
Das Überraschungsteam der 1. Bundesliga Ost ist der RV Thalheim. Nach dem 18:18 in Berlin setzten die Erzgebirger gleich noch einen drauf und fegten den SV Blauweiß Untergriesbach mit 26:7 von dessen Matte. Eben jeden SV Blauweiß Untergriesbach, der zum Rückrundenstart den Play-Off-Anwärter SV Hallbergmoos bezwang und dazu noch in der Höhle des Löwen, denn gerade die Blauweißen kämpfen vor riesiger, heimischer Kulisse besonders gefährlich auf. Doch der RV Thalheim erwies sich eben in jenen Gewichtsklassen, in denen auch der Gastgeber seine Asse hatte, als einen Tick stärker, wobei die Bayern auch nicht die stärkste Besetzung aufbieten konnten. Thalheim, Jahre lang immer wieder als heißer Abstiegskanditat gehandelt, steht nun auf einem Play-Off-Platz. In der Oststaffel knistert es, auch der SV Johannis Nürnberg erwacht zu neuem Leben, die Franken katapultierten sich durch einen 24:15-Heimerfolg über den AC Lichtenfels vom 9.- auf den 7. Tabellenplatz. Nürnberg war vor allem in den leichtesten Gewichtsklassen-, aber auch bei den schweren Jungs am Drücker, die zur Halbzeit einen 15:3-Vorsprung heraus kämpften, Lichtenfels mit beherzter Aufholjagd, doch Nürnberg punktete bei drei Fünf-Runden-Duellen der zweiten Hälfte des Kampfabends jedesmal kräftig mit, was die Niederlage der Korbstädter besiegelte. Dieses 'Kellerduell', wenn man es überhaupt so bezeichnen will, verdiente auf jeden Fall das Prädikat; 'äußerst spannend' ! Und somit sind auch am Tabellenende der Oststaffel noch spannende Begegnungen der Teams untereinander zu erwarten, wobei jede Mannschaft das Zeug dazu hat, auch einem Spitzenteam ein Bein zu stellen.
Tabellenstand: 1. Bundesliga Ost
1. SV Wacker Burghausen 273:128 20:2
2. KSV Aalen 05 278:144 20:4
3. 1. Luckenwalder SC 276:121 18:4
4. RV Thalheim 177:216 11:11
5. SV Hallbergmoos 233:208 10:14
6. SV Luftfahrt Berlin 163:277 8:16
7. SV Joh. Nürnberg 172:255 6:18
8. AC Lichtenfels 165:285 6:18
9. SV Untergriesbach 148:251 5:17

Ausheber von Serghei Siscov (AC Lichtenfels) gegen Florian Rau (RV Thalheim).
Foto: J. Richter
Jörg Richter
Freier Journalist
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